| montierte
Sonne
Ein Supermarkt.
Menschen, aber kein Getümmel: Niemand bewegt sich.
Absolutes
StillSteh'n.
Ein einziges
Geräusch: Das Klackern meiner Absätze (zaghaft).
Nichtmal das
Sirren der Neonröhren kann ich hören, nichtmal das.
Kinder mit
offenen Mündern: Stummes Krakeelen.
Ich nehme
eine Flasche Gin aus dem Regal und gehe an der starren Kassiererin vorbei
ins Freie. Dort hat irgendwer eine neue Sonne für mich an den Himmel
gehängt:
Die strahlt
und strahlt, mit mir um die Wette.
Hier, unter
blauem Himmel: Fliessendes Bewegen.
Autos gleiten
gedämpft, Passanten schweben tänzelnd,
ein Flugzeug
am Himmel und ich denk':
Das will mich
bringen dorthin, wo Milch und Honig endlos fliessen.
Ich denk':
Die neue Sonne
da oben, die hat mir ein Engel dorthin montiert.
KernFusion
(irgendwann Sonne sein)
(für
A.G.)
Die Tage ein
süsses Flirren,
das tanzt
wie gold'nes Konfetti im Licht,
und HonigBlut
in den Venen, das sprudelt:
Da fliessen
helle Träume aus tiefen Kellern,
Richtung Firmament,
verschmelzen-
Energie!
(irgendwann,
hör' ich den fernen Pedro sagen,
irgendwann
werdet ihr Sonne sein)
Lichtjahresreisen
(für
'Salino' / Markus Salewski †)
(Text kam im
Feb. 04 in die Endausscheidung
des Literaturwettbewerbs
"poetry on the cover")
in den Nächten
zu Hause,
da leuchten
hell die Sterne,
tagsüber
findet man nicht hin-
dachten wir,
damals
und wir gingen
auf Lichtjahresreise
rannten schnell
und schneller
durch die
Dunkelheit
durch uns're
Dunkelheiten
Richtung Firmament
zu den schönen
Sternen hin-
dachten wir,
damals
wir brauchten
tatsächlich recht lang,
-um uns're
Träume zu zerstören
die Löcher
im Brustkorb dann
mit ScheinGlück
gefüllt
und an irgendeinem
JahresEnde
als draussen,
sternbeschienen
und leuchtraketenerhellt,
alle auf die
Zukunft prosteten
warst Du nur
müde, müde
das nächste
Jahr,
das schaff'
ich nicht mehr
Deine letzten
Worte
Deine letzten
Blicke
wenn ich jetzt
durch die
Dunkelheit geh'
durch meine
Dunkelheiten
leuchten hell
die Himmelskörper
am Firmament
wie damals
und ich bilde
mir ein:
dieser Eine,
der so hell erstrahlt
und zu blinken
scheint,
das bist Du:
ein schöner
Stern geworden
und ein Kuss
von mir geht hin zu Dir
auf seine
Lichtjahresreise
später
dann, im Traum
fällt
mir Dein Lachen vom Himmel
bestialisches
Treiben
ich trieb es
mit vielen
Sternen da
oben
die Lippen
schön blutig geküsst
(und keine
Worte, keine Worte)
dann Du, mein
Freund-
wir schnitten
tief
in die junge
Haut uns'rer Arme
sammelten
das Blut
in einer Schale
aus Kristall
und wir tranken
und war'n
ganz besoffen davon
heute noch
zuweilen
BlutGeschmack
auf den Lippen:
das Tier,
das ich bin
es leckt
seine ewigen
Wunden
und manchmal
beisst es
den Sternen
die Lippen
schön rot
(und keine
Worte, keine Worte)
Keine Fütterung
Ich bin eine verlorene WeltKugel.
Kreise ohne Trost in einer Fremde:
Kosmische Dimensionen.
Geschaetzte 2,7 Kelvin hier:
Mich friert, und die Sonne heute
nur ein wirklich winzig gelber Zwerg.
Moechte gern in meinem Magma baden.
Kreise ohne Trost.
Ah dort in der Ferne: Ein Kugelsternhaufen
(alt aber hell, so hell).
In mir ein Mikrokosmos: MandelKern
(ach Amygdala).
Und Rezeptoren, die dort wohnen-
schrei'n:
HUNGER! HUNGER! HUNGER!
keine Fuetterung
WeltSchimmel (zu hell für
einen AllTag)
aus der Nacht geboren, steigt mir
ein TraumTag zu Kopf.
'Schau' mal nach draussen: Die Welt
is' ja völlig verschimmelt!', ruft jemand.
Ich geh' hinein die Landschaft:
Wie weisser EdelSchimmel liegt etwas
auf allem.
HellGrell die Sonne: Strahlt in
meine Augen, von überall her.
Es ist zu hell für ohne Sonnenbrille.
Es ist zu hell für einen ArbeitsTag.
Es ist zu hell für einen AllTag.
Es ist gerade gut für eine
Illusion:
Dass da nicht der ganze Dreck wäre,
unter dem herrlichen Weiss.
|